Unser Klima und der Ölpreis

Viele Industrieländer, darunter auch Deutschland, versuchen in den nächsten Jahren ihren CO2-Ausstoss drastisch zu senken. Eine kürzlich vorgelegte Studie deutet aber an, das der CO2-Ausstoss in den nächsten Jahren explodieren wird. Wie passt das eigentlich zusammen?

Auf der einen Seite haben wir die Industrienationen, die ihren Ausstoss an CO2 reduzieren und auf der anderen Seite aufstrebende Nationen wie China, Indien und Pakistan, die derzeit einen erhöhten Energiebedarf haben. Für die Zukunft sollte sich der Ausstoss des Klimakillers also auf einem Niveau bewegen, allenfalls leicht steigend sein. Wie sind die Prognosen also begründet?

Der extrem hohe Gas- und Ölpreis führt sicherlich zu einem effizienterem Umgang mit den Ressourcen Öl und Gas. Die grössten Verbraucher haben i.d.R. keine eigenen oder nur geringe Gas- und Ölvorkommen, die sie nutzen könnten. Alle sind also auf Importe aus den Förderländern, wie z.B. den OPEC-Staaten, angewiesen und damit vom Weltmarktpreis abhängig.

Renaissance der Kohle

In Deutschland steht der Abbau von Kohle aus verschiedenen Gründen vor dem Aus. Wichtige Punkte sind hier die hohen Kosten des Abbaus und die Folgeschäden für die Region durch den Abbau.

Anders als bei den zeitlich begrenzten Gas- und Ölreserven wird die Verfügbarkeit von Kohle auf weit über ein Jahrhundert geschätzt. Ausserdem besitzen viele Länder, darunter auch China und Indien, grosse Kohlevorkommen, die kostengünstig ausgebeutet werden können. Was liegt also näher als Energie aus kostengünstiger Kohle zu erzeugen? Genau das werden diese Länder, aber auch andere Länder werden auf diesen Zug aufspringen, machen.  Ablesen kann man diese Entwicklung an der Anzahl der geplanten Kohlekraftwerke in den einzelnen Ländern. Selbst die OPEC-Staaten planen in der Zukunft den Anteil aus Kohle gewonnener Energie zu erhöhen - schliesslich kann man das geförderte Öl auch für viel Geld verkaufen und die benötigte Energie auch kostengünstig aus billiger Kohle gewinnen.

Deuschland trägt auch zu dieser Entwicklung bei. Zwar werden hier andere Ziele verfolgt, der Effekt für das Klima wird in Summe aber dramatisch sein. Der geplante Ausstieg aus der Atomkraft macht es notwendig die fehlenden Kapazitäten durch andere Techniken bereit zu stellen. Zwar macht der Ausbau der regenerativen Technik enorme Fortschritte, kann aber den von der Atomkraft bereitgestellten Anteil nicht kompensieren. Weiterhin ist ein Ausbau der regenerativen Technik mit sehr hohen Kosten verbunden und ist bei einem Ausbau in diesen Dimensionen von der Industrie und den Endverbrauchern nicht zu finanzieren. Daher hat man sich entschlossen den wegbrechenden Teil aus der Atomkraft durch andere Kraftwerkstypen, z.B. Gas-, Braunkohle- und Kohlekraftwerke zu ersetzten. Die Folgen dieser Umstellung lassen sich erahnen. Der Ausstieg aus der Atomtechnik wird derzeit heftig diskutiert und ist noch nicht endgültig. Sollten sich die politischen Machtverhältnisse in der Zukunft ändern, wird dieser Punkt wohl ganz oben auf der Liste stehen.

Was macht die Kohle zum Klimakiller?

Die Produktion einer Megawattstunde Strom in einem Kohlekraftwerk kostet derzeit rund 10 Euro. Für die gleiche Strommenge aus einem Ölkraftwerk zahlt man derzeit über das Fünffache.

Ein modernes Kohlekraftwerk stösst bei der Produktion einer Kilowattstunde Strom etwa 750 Gramm CO2 aus. Ein modernes Gaskraftwerk blässt etwa die Hälfte, also 375 Gramm CO2, bei der Produktion einer Kilowattstunde in die Atmosphäre. Für Braunkohle sieht die Bilanz noch schlimmer aus.